Neue Gesetze, neue Regeln - schaffen sie eine bessere Versorgung im Gesundheitswesen?Im Vordergrund steht dieses Mal die Auseinandersetzung mit den gesetzlichen Veränderungen (bereits realisiert oder noch in der Gestaltungsphase) sowie mit den politischen Veränderungen, regional und überregional.
Wir starten mit der Thematisierung eines der wohl aktuellsten Themen in der Gesundheitsversorgung: Welche Auswirkungen wird das Versorgungsgesetz in Praxis und Klinik haben? Das Gesetz zur Verbesserung der Versorgungsstrukturen im Gesundheitswesen zielt darauf ab, auch künftig eine flächendeckende wohnortnahe medizinische Versorgung zu sichern, das System der vertragsärztlichen Vergütung durch Zurücknahme zentraler Vorgaben zu flexibilisieren und zu regionalisieren, die Verzahnung der Leistungssektoren zu verbessern, einen schnellen Zugang zu Innovationen sicherzustellen und mit einer Stärkung wettbewerblicher Instrumente Qualität und Effizienz der medizinischen Versorgung weiter zu erhöhen. So zumindest die amtliche Begründung des Referentenentwurfs. Im Einzelnen sind die angestrebten Änderungen nur schwer zu verstehen. Was bedeutet z.B. die „Spezialärztliche Versorgung“, welche Interessen verfolgen die Bundesländer an dieser Stelle? Wie beeinflusst dies Krankenhäuser und Ärzte in ihrer Leistungserbringung?
Beim 2. Termin geht es um ein weiteres Gesetz: Im Arzneimittelbereich hat das AMNOG bereits erheblich Wirkung entfaltet und an vielen Stellen unerwartete Veränderungsprozesse im deutschen Gesundheitssystem bewirkt. Die Wirkungen auf die Arzneimittelzulassung und die Preisfindung sind bereit bekannt. Nutzenbewertungen und „Value Dossiers“ für den G-BA sind schon fast Routine. Wie aber wirkt sich dies alles – gerade auch in Verbindung mit den mittlerweile allgegenwärtigen Rabattverträgen für Arzneimittel im GKV-Bereich – auf die Arzneimitteltherapie und -verordnung im Krankenhaus aus? Kann die Versorgungsforschung hier schon Antworten geben? Wie reagieren Krankenhäuser, wie die Pharmazeutische Industrie?
Nahezu nahtlos ergibt sich hieraus das Thema für den 3. Termin, dass das, was für Arzneimittel bereits gilt und wirkt, den Medizintechniksektor schon bald mit Macht ergreifen wird – das Versorgungsgesetz beginnt hier mit der Regulierung innovativer Behandlungsmethoden: „Zur Verbesserung der Bewertung innovativer Behandlungsmethoden erhält der Gemeinsame Bundesausschuss ein neues Instrument für die Erprobung von Methoden mit Potenzial, deren Nutzen noch nicht mit hinreichender Evidenz belegt ist“.
Eine wirkliche Bewertung all dieser Entwicklungen und die Formulierung strategischer Leitsätze für das Gesundheitswesen rundet diese Thematik beim 4. Termin ab: Die Zukunft der Gesundheit – oder: Warum unser Gesundheitswesen die falsche Antwort ist. Wie kann das Krankenhaus unter diesen Umständen überleben? Wie funktioniert Strategie und Konzeptentwicklung im Gesundheitswesen?
Last, but not least zum Semesterabschluss: Berlin hat eine neue Landesregierung; neue politische Konstellationen bilden sich. Was ist 100 Tage nach der Wahl zum Abgeordnetenhaus bereits „gekocht“, was wird sich für die Berliner Krankenhäuser ändern? Grund genug für eine spannende Podiumsdiskussion mit prominenten Vertretern aus Krankenhaus und Politik.
Mi, 09.11.11: Das Versorgungsgesetz: Was kommt wirklich auf uns zu in Krankenhaus und Praxis?( Referenten: Dr. Rudolf Kösters, Präsident Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) e.V. und Dr. Bernd Köppl, Vorstandsvorsitzender Bundesverband Medizinischer Versorgungszentren (BMVZ) e.V.; Moderation: Ulrich Weigeldt, Vorstandsvorsitzender Deutscher Hausärzteverband)
Mi, 23.11.11: AMNOG und die Welt der Pharma-Rabatte - Auswirkungen auf die Arzneimittelversorgung in Krankenhaus und Praxis
(Referenten: Prof. Dr. Rainer Riedel, Leiter Institut für Medizin-Ökonomie & Medizinische Versorgungsforschung und Präsident Rheinische Fachhochschule Köln und Thomas Milz, Director Assistant Strategic Projects & Market Access, UCB Pharma GmbH; Moderation: Hans-Holger Bleß, Bereichsleiter Versorgungsforschung IGES Institut GmbH Berlin)
Mi, 07.12.11: Die zukünftige Finanzierung von Medizintechnik und Innovation im Gesundheitswesen: Was geht? (Referenten: Jens Bussmann, Marketing Manager Reimbursement BIOTRONIK Vertriebs GmbH & Co. KG und Isabel Henkel, Director Access & Reimbursement Johnson & Johnson Medical GmbH Hamburg; Moderation: Univ.-Prof. Dr. Marc Kraft, Leiter des Fachgebietes Medizintechnik, TU Berlin)
Mi, 11.01.12: Die Zukunft der Gesundheit-oder warum unser Gesundheitswesen die falsche Antwort ist. (Referent: Dr. med. Marcus Müschenich MPH, Vorstand Sana Kliniken AG; Moderation: Prof. Dr. Thomas Kersting MBA, TU Berlin)
Mi, 25.01.12: Die Berliner Krankenhausversorgung 100 Tage nach der Wahl - Podiumsdiskussion unter Leitung von Mag. theol. Elimar Brandt, ehem. Geschäftsführender Direktor Immanuel Diakonie Group Berlin (weitere Informationen folgen).